Die Zukunft der Jungen Piraten

Posted in Junge Piraten on August 3rd, 2010 by Gheed – 1 Comment

Ok, vielleicht ist der Titel ein wenig hochtrabend, aber ich will dazu ein paar Gedanken äußern. Leider konnte ich am Jupi-Camp nicht teilnehmen, freue mich aber sehr darauf von den Ergebnissen der Arbeit hören zu können. Beim Durchstöbern des Wikis bin ich heute auf das Protokoll eines Workshops zur Zukunft der Jungen Piraten gestoßen, wobei mir drei Punkte aufgefallen sind, die ich für besonders wichtig halte: Kommunikation, strukturierte Arbeit in Projekten und Ziele des Vereins.

Kommunikation

Es ist eigentlich schon ein Witz, dass die Jungen Piraten gerade bei der Kommunikation im Verein Defizite haben, wo sie doch als “Digital Natives” mit der größten Kommunikationsmaschine der Geschichte, dem Internet, aufgewachsen sind. Durch die verschiedenen Medien (Forum, Mailingliste, IRC) und persönlichen Präferenzen der Kommunikationsteilnehmer, findet eine Spaltung im Informationsfluss statt. Ich zumindest habe immer das Gefühl irgendwas nicht mitzubekommen, weil ich nicht im IRC war oder Dinge auf Mailinglisten diskutiert wird, die ich nicht kenne. Hierbei sehe ich die Jupis aber auf einem sehr guten Weg und setze alles auf die Synchronisation von Mailingliste und Forum, die weiter voran getrieben werden muss. So kann jeder nach seinen Vorlieben ein Kommunikationsmedium wählen und jeder hat die Möglichkeit sich über das Medium seiner Wahl zu informieren.

Strukturierte Arbeit

Im Protokoll des Workshops werden folgende Punkte zur Arbeit innerhalb der Arbeitsgemeinschaften (AGs )und Projektgruppen (PGs) kritisiert:

  • zu wenig Aktive –> zu wenig Arbeitsteilung
  • Projekte und AGs werden nicht konsequent durchgeführt
    • demotivierend wenn Projekt nicht zu Ende durchgearbeitet wird
    • Deadlines werden nicht beachtet
  • unklare Arbeitsweise
  • bevor etwas gemacht wird – einig werden wie es gemacht wird

Dies ist ein Punkt den ich selber bei mir bemerkt habe, meine Motivation ist seit der letzten BMV auch um einiges gesunken. Ich habe nach der BMV 2010 in Frankfurt vorgeschlagen sich mit Methoden des Projektmanagements auseinanderzusetzen. Die Idee wurde aber verworfen, da die Befürchtung bestand, es könnte zu einer Überstrukturierung kommen, die die Arbeit mehr behindert als fördert. Ich habe hierfür zwar kein Konzept, aber würde gerne dabei mithelfen zu überlegen, wie man Arbeit besser strukturieren kann. Als Ansatz dafür sehe die Projektmethoden in Unternehmen, wie ich es von meinem Job her kenne:

1. Erstellung eines Konzepts, das sich mit folgenden Fragen beschäftigt:

  • Was ist die Idee?
  • Was ist das konkrete Ziel?
  • Welche Kosten/Nutzen entstehen?
  • Welche finanziellen Mittel werden benötigt?

2. Vorlage des Konzepts bei einem Entscheidungsgremium. In Unternehmen meist das Gremium, das die Budgets verwaltet. Bei den Jupis würde das momentan der Vorstand sein.

3. Bei Genehmigung des Konzepts wird:

  • ein Projektteam zusammengestellt
  • ein Zeitplan erarbeitet
  • ein Lösungskonzept erstellt
  • ggf. ein Budgetplan erstellt

4. Umsetzung des Projekts mit regelmäßigen Statusmeldungen, damit eine Stelle einen Überblick über die Projekte hat.

5. Nach Abschluss gibt es Feedback

  • Was ist gut gelaufen
  • Was könnte das nächste mal besser gemacht werden?

Zielsetzung

Eien Organisation, egal ob ein Unternehmen, eine Partei oder ein Verein benötigt Ziele. Die Jupis sind entstanden, da bei der Piratenpartei ein Mindesteintrittsalter von 16 Jahren existiert, einige Jugendliche unter 16 sich aber auch politisch engagieren wollten. Außerdem glaube ich, dass stark jugendrelevante Themen bei den Piraten eher wenig behandelt werden und eine Jugendorganisation diese eher kann (Computerspiele, Schulalltag, Bevormundung durch Erwachsene, usw.). Doch nach der Gründung gab es keine konkreten Ziele auf die man konkret hinarbeiten konnte.

Mit der schwierigen finanziellen Situation nach der letzten ordentlichen BMV ist dieses Thema auch wieder in der Versenkung verschwunden, da viele mit Aufräumarbeiten beschäftigt waren. Ich glaube, es ist essentiell, dass wir Junge Piraten uns mit dieser Fragen intensiv beschäftigen: Was wollen wir erreichen, lang, mittel- und kurzfristig? Hierzu habe ich selbst noch ein To-Do von der BMV offen, die Mitgliederbefragung, die ich bis zur nächsten BMV im Oktober noch dringen durchführen möchte. Wir müssen wissen, was die Mitglieder für Vorstellungen haben und welche Ziele jeder für sich bei den Jupis umsetzen möchte. Wir benötigen diesen wichtigen Zwischenschritt um dem ganzen Verein eine Identität zu geben.

Klarmachen zum Ändern

Dies sind einige Ansätze die ich mit euch diskutieren möchte und freue mich über eure Sichtweise. Für mich und meine Arbeit bei den Jupis ist vor allem andauerndes Feedback wichtig. Wenn ihr etwas wissen wollt, euch etwas an meiner Arbeit stört, schreibt mich einfach an. In diesem Sinne: Klarmachen zum Ändern.

Hilfreiche Tools für das kollaborative Arbeiten

Posted in Allgemein on Mai 6th, 2010 by Gheed – Be the first to comment

Die letzten Tage habe ich mir ein paar Gedanken darüber gemacht, welche Internettools man wirklich nutzen kann um effektiv zusammen zu arbeiten. Hier eine kleine Übersicht mit den Tools die ich häufig nutze und für welchen Anwendungszweck sie geeignet sind:

Etherpad

Ermöglicht das gemeinsame Arbeiten an Texten in Echtzeit. Der Entwickler AppJet Inc. wurde von Google aufgekauft und die Anwendung eingestellt, um die Arbeit in die Google Anwendungen, vor allem Wave und Docs, zu investieren. Dies gab jedoch einen großen Aufschrei unter den Nutzern und wenige Tage nach der Ankündigung stellte Google den Etherpad Quellcode als Open Source zur Verfügung. Mittlerweile werden mehrere Etherpad-Server von Freiwilligen betrieben und weiterentwickelt. Ich benutze das Piratenpad, das von der Piratenpartei Deutschland zur Verfügung gestellt wird. Besonders nützlich finde ich die Möglichkeit, Teams anzulegen und so die Pads im Auge zu behalten. Etherpad eignet sich hervorragend um spontan einen Text zu verfassen und andere daran mitarbeiten zu lassen. Bei den Jungen Piraten nutzen wir das Piratenpad vor allem dazu Artikel für die Homepage oder Protokolle von Vorstandssitzungen anzufertigen.

Doodle

Mit Doodle lassen sich ganz einfach Termine finden. Hierzu legt man fest in welchem Zeitraum der Termin liegen soll und welche Uhrzeiten und Tage auswählbar sein sollen. Über einen Link kann man die Einladung dann per Email, Instant Messenger, usw. verschicken. Eine sehr effiziente Methode zur Terminfindung. Für registrierte Benutzer bietet Doodle zusätzlich einige nützliche Features wie z.B. das Einbinden von Kalendern wie Google Calender im iCal Format, woraufhin im belegte Termine auch in Doodle als belegt angezeigt werden.

Wiki

Ganz klassisch nutze ich natürlich auch Wikis. Super um Dinge zu dokumentieren und für für viele abrufbar zu machen. Eignet sich z.B. um Protokolle, Anleitungen, Dokumentationen und vieles mehr abzulegen. Mittels Kategorien oder auch Tags kann man die Inhalte ordnen und eine Menüstruktur schaffen. Der einzige Nachteil ist, dass sich jemand um die Pflege der Inhalte kümmern sollte, da in Wikis gerne auch Sachen mal verloren gehen, weil niemand mehr weiß, wo sie liegen.

Mailingliste/Forum

Auch ein eher klassisches Werkzeug zu Kommunikation. Von vielen benutzt und vor allem, gut um ausführlich zu diskutieren. Leider tauchen in der Textform oft auch Missverständnisse aufund man verheddert sich in langen Diskussionen ohne wirkliches Ergebnis. Ich bevorzuge Mailinglisten, da fast jeder eine Email-Adresse hat, die Mails zu einem kommen und man so direkt drauf gestoßen wird. Bei einem Forum vergisst man doch sehr leicht auf die Homepage zu gehen und verpasst so gerne auch mal Themen (geht zumindest mir so). Mailinglisten und Foren sind wichtige Internetwerkzeuge für einen effektiven Austausch von Informationen.

Telefonkonferenz / Voicechat

Wird im Büro fast täglich genutzt um in Projekten zu kommunizieren. Sehr praktisch für den Austausch von Informationen und zum Besprechen von aktuellen Themen. Ersetzt natürlich nicht das persönliche Treffen, aber kann viel Zeit und vor allem Kosten einsparen. Bei den Jungen Piraten halten wir so unsere Vorstandssitzungen.

Chat (IRC, IM usw.)

Das Gegenstück in Textform zum Telefongespräch. Gut um sich schnell auszutauschen und ein wenig zu quatschen. Zum effektiven Arbeiten meiner Meinung nach eher nicht geeignet, da man im Chat nur selten Dinge ausführlich erläutern kann. Außerdem wird nichts dokumentiert und niemand hat Lust Chat-Protokolle zu lesen, falls welche vorhanden sind. Für schnelle, kurze Infos trotzdem sinnvoll und von mir auch beruflich sehr viel genutzt.

Mal wieder ein wenig Blogflaute

Posted in Persönliches on März 25th, 2010 by Gheed – Be the first to comment

Im Moment ist es wieder etwas ruhig hier auf meinem Blog. Themen gäbe es aber eigentlich genug:

Nur um mal so eine kleine Auswahl zu nennen.

Trotzdem komme ich in letzter Zeit nicht wirklich dazu hier weiter zu bloggen. Das liegt zum einen daran, dass es nach der Ausbildung bei mir beruflich etwas mehr Arbeit geworden ist, auf der anderen Seite habe ich derzeit aber auch ein neues Blog Projekt.

Mit dem Sossenheim-Blog versuche ich ein kleines Lokal-Blog aufzubauen und investiere einen großen Teil meiner Freizeit in das Projekt. Recherche, Artikel schreiben, Kontakte aufbauen, usw.

Falls ihr Links, Tipps oder Kritik zum Bereich lokale Themen im Internet habt, schreibt mir einfach eine Mail ( web [ätt] gheed [punkt] org )oder hinterlasst ein Kommentar.

Dieses Blog werde ich wahrscheinlich im Sommer runderneuern und dann auch wieder mehr schreiben.

Löschen statt Sperren – Regierung will ein neues Gesetz

Posted in Allgemein on Februar 22nd, 2010 by Gheed – Be the first to comment

Wie Golem heute berichtet, arbeitet die Bundesregierung gerade an einem Löschgesetz als Ersatz für das unbeliebte Zugangserschwerungsgesetz (ZugErschwG). Sowohl Franziska Heine, die Initiatorin der Petition gegen das Gesetz, sowie auch die Piratenpartei lehnen ein Löschgesetz ab.So heißt es in einer Pressemitteilung der Piratenpartei:

Inzwischen haben aber sogar die jetzigen Regierungsparteien die Unsinnigkeit des Gesetzes erkannt und gehen zu dem auch als “Zensursula-Gesetz” bezeichneten und bis heute auf Eis liegenden Regelwerk auf Distanz. “Löschen statt Sperren” – das Motto, das die Piratenpartei seit Beginn der Netzsperrendiskussion vertritt – hat die Bundesregierung nun auch für sich entdeckt. Sie will kinderpornographische Seiten nicht nur sperren, sondern endgültig löschen. Warum sie für dieses löbliche Unterfangen allerdings ein weiteres Gesetz einführen will, vermag die Piratenpartei nicht zu erkennen [Hervorh. d. Verf.].

Diese Frage habe ich mir auch gestellt. Kinderpornographie ist durch bestehende Gesetze verboten, damit ist auch die Beschlagnahmung, sprich Löschung in diesem Fall, gedeckt. Ich bin ja ein Freund von Vergleichen aus der analogen Welt. Das wäre so, wie wenn wir ein Gesetz für jede Art von Diebstahl benötigen (also eines für Autodiebstahl, eines für Fahrraddiebstahl, und noch eins für Ladendiebstahl usw. ).  Klingt unsinnig oder? Aber genau das hat man nun für Kinderpornographie vor.

Interessanterweise benötigt man zum Löschen von Phishingseiten kein Gesetz, das geht laut Netzpolitik.org auch so:

Die Erfahrungen mit Phishing zeigen, dass das Löschen illegaler Inhalte unabhängig vom Serverstandort im Schnitt binnen vier Stunden möglich ist. Voraussetzung dafür ist, dass

  • man von der Existenz der Inhalte weiß,
  • die Entdecker der Inhalten wissen, wie und an wen sie ihr Wissen kommunizieren müssen,
  • es bei den Hosting-Providern eingeübte Takedown-Verfahren gibt und
  • ein rechtlicher und institutioneller Rahmen gegeben ist, der den Handelnden ein effektives Tun ermöglicht.

Westerwelle fordert Mindestlohn

Posted in Allgemein on Februar 17th, 2010 by Gheed – 1 Comment

Andreas Grieß bei CARTA schreibt, dass Guido Westerwelle Mindestlöhne fordert, es nur nicht merkt. Anlass hierfür ist ist Westerwelles Kritik am Sozialstaat.

Ich musste ein wenig darüber nachdenken, aber eigentlich ist es klar, warum der Mindestlohn die logische Konsequenz aus Westerwelles Kritik ist. Das Mantra der FDP ist ja “Leistung muss sich wieder lohnen”. Demnach sollte jemand, der arbeitet, mehr haben als jemand der das nicht tut.

Nach meinen rudimentären Kenntnissen in Markttheorie sieht die Situation folgendermaßen aus: Der Arbeitsmarkt ist ein Markt wie jeder andere, es gibt ein Angebot und eine Nachfrage. Hierbei haben wir ein Überangebot an Arbeitskräften, die einen Job suchen, gegenüber der geringen Nachfrage in den Unternehmen nach Arbeitskräften. Dies trifft besonders auf die Nachfrage im Bereich der Tätigkeiten zu, bei denen nur niedrige Qualifikationen benötigt werden. Dies hat natürlich die Folge, dass der Preis (sprich der Lohn) sinkt. Doch gibt es bereits heute hierfür eine Untergrenze, nämlich Hartz4. Warum soll ich arbeiten gehen, wenn ich bei Hartz4 mehr Geld bekomme?

Was Westerwelle natürlich eigentlich möchte ist, den Hartz4 Satz weiter zu senken, damit die Menschen aus der wirtschaftlichen Not heraus arbeiten gehen müssen. Doch wird dies nur die Untergrenze für die Löhne weiter senken und somit kommen wir dann wieder in die derzeitige Situation, nur dass wir noch mehr soziale Elend haben werde und die Menschen von ihrem Job kaum leben können. Somit lohnt sich Arbeit wieder nicht.

Demnach müsste es eine fest definierte Lohnuntergrenze geben, die höher liegt als Hartz4. Damit wird sichergestellt, dass Arbeiten gehen mehr Geld einbringt als arbeitslos zu Hause zu sitzen. Also fordert Westerwelle eigentlich Mindestlöhne. Schade, dass er das nicht merkt.

P.S. Ich denke die Forderung von SPD und Grünen von 7 Euro/Stunde ist ein ziemlich realistischer Wert.

Themenabend auf Arte: Journalismus auf Abwegen

Posted in Allgemein on Februar 9th, 2010 by Gheed – 1 Comment

Heute Abend gab es bei Arte einen Themenabend über die Schwierigkeiten des Journalismus durch das Internet. Der Abend bestand aus zwei Berichten und einer anschließenden Diskussionsrunde. Teilweise war es aber doch etwas Absurd, da sich der erste Betrag  auf Verschwörungstheorien im Netz konzentrierte. Die bedrohen den Journalismus mit Sicherheit noch am wenigsten.

Trotzdem wurden viele wichtige Dinge dabei beleuchtet und auch aus veschiedenen Perspektiven dargestellt. Leider driftete die Diskussionsrunde zum Schluss auf das Allheilmittel “Paid Content” ab.

Die Beiträge sind wie gewohnt in der Arte Mediathek für die nächsten 7 Tage nochmal anzusehen.

Zivilcourage mit Macht

Posted in Gesellschaft on Februar 3rd, 2010 by Gheed – Be the first to comment

Tolles Video von Jugendlichen zum Thema Civilcourage.

Prädikat: Pädagogisch wertvoll ;)

Google: Böser Monopolist oder einfach nur besser als die anderen?

Posted in Google, Medien, Wirtschaft on Januar 19th, 2010 by Gheed – Be the first to comment

Die letzten Tage geht es wieder rund in den Online-Medien, das Thema ist natürlich Google. Allen voran die Zeitungsverleger prügeln auf den Konzern ein, dass er ihre Inhalte “stehlen” würde um damit Geld zu verdienen. Gemeint ist damit Google News, wo man kurze Anreißertexte zu den aktuellen Meldungen des Tages bekommt. Interessante Artikel zu der Thematik gibt es bei der Süddeutschen Zeitung und der ZEIT – Online.

Bei der Diskussion um Google News bietet sich für mich der Vergleich zum normalen Zeitungskiosk an. In der Auslage sieht man die Zeitungen und Magazine und sucht sich das aus, wo einen die Titelseite oder das Inhaltsverzeichnis am ehesten anspricht. Jetzt geht der Kioskbesitzer aber davon aus, dass man meist nicht nur die Zeitung, sondern vielleicht auch noch ein Päckchen Zigaretten oder ein paar Schokoriegel mitnimmt und sogar noch einen Lottoschein kauft. Nach der Logik der Zeitungsverleger sollte jetzt also der Kioskbesitzer noch einen Anteil seiner Einnahmen aus dem Verkauf seines gesamten Sortiments an die Verlage abgeben, da ihr Qualitätsjournalismus dem Kioskbesitzer erst die Kunden zugeführt hat. Klingt bescheuert, oder? Google aber soll das nun tun und einen Teil seiner Werbeeinnahmen abgeben.

Nun muss man natürlich sagen, dass Google auf dem deutschen Markt unangefochten an der Spitze liegt und es sich kein Verlag leisten könnte seine Inhalte nicht von Google indizieren zu lassen. Denn von der größten Suchmaschine nicht gefunden zu werden bedeutet den Tod für jedes Online-Magazin. Doch handelt es sich dabei effektiv um Diebstahl von geistigem Eigentum wenn man kurze Zitate aus Nachrichtenartikeln dazu nutzt um Menschen auf sie aufmerksam zu machen und dabei Geld verdient indem man Werbung einblendet (was bei Google News ja nichtmal der Fall ist)?

Wo man sich jetzt aber Fragen muss ist, wie viel Einfluss haben die Medienhäuser auf unsere Politiker? Die Politprominenz, vor allem von CDU/CSU und FDP, kündigt an man wolle bei Google mal ein wenig genauer hinsehen und auch das ominöse Leistungsschutzrecht wird von breiter Seite befürwortet. Interessant ist hierzu der Artikel von Wolfgang Michal: Brauchen wir eine Lex Google?, der eben diese Verflechtung zwischen Interessen der Medien und der Politik behandelt.

Empfehlenswert ist auch der Artikel von Thomas Knüwer in seinem Blog Indiskretion Ehrensache. Er betrachtet die Sache eher neutral und beschreibt die möglichen Optionen beider Seiten in der Diskussion.

Meine Sicht dazu ist klar: Google  hat die Welt des Internets verstanden und mitgestaltet, die Verlage haben das nachsehen. Ihnen fehlt ein Geschäftskonzept, das in der Online-Welt funktioniert. Doch ist es mit Sicherheit nicht die Aufgabe unserer Regierung in diesen Selektionsprozess einzugreifen.

Ich lebe noch ;-)

Posted in Persönliches on Januar 19th, 2010 by Gheed – Be the first to comment

Lange war es recht ruhig auf meinem Blog, was vor allem daran lag, dass ich die letzen beiden Monate vor allem mit meiner IHK-Abschlussprüfung beschäftigt war.

Naja eigentlich ist das nur eine Ausrede. Ich war mehr demotiviert in Erwartung der Prüfung. Dafür entschuldige ich mich auch bei den Jungen Piraten, wo ich die letzte Zeit auch nur wenig aktiv war. Man möge es mir verzeihen.

Aber jetzt gehts wieder los. Ein neues Jahr und im Netz bleibt es weiterhin spannend. Da werde ich natürlich auch wieder meinen Senf dazu geben.

Achja, die Prüfung habe ich natürlich bestanden und darf mich jetzt auch offiziell “IT-Systemkaufmann” nennen ;)

Die SPD ist "plötzlich" gegen Internetsperren

Posted in Internetzensur on Dezember 15th, 2009 by Gheed – 1 Comment

Die SPD -Zeitung “Vorwärts” verkündet grade groß: “SPD Fraktion gegen Netzsperren-Gesetz”. Super, das ist ja Klasse! Leider irgendwie ein halbes Jahr zu spät…

Die Begründungen dafür sind die selben wie die der Sperrgegner von damals. Fast. Sogar der gute Herr Dörmann (Ja, der war damals Chef-Unterhändler bei dem Gesetz) ist nun strikt gegen das Gesetz, aber aus ganz anderen Gründen wie er in einer Pressemitteilung (PDF) schreibt

Die schwarz-gelbe Koalition hat sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt,
für ein Jahr nicht auf der Grundlage des Zugangserschwerungsgesetzes
zu sperren. Ein Gesetz kann aber nicht einfach auf Zuruf
ignoriert werden. Wenn ein Gesetz gilt, müssen sich alle daran halten.
Das ist Grundlage unseres Rechtsstaates. Die Bundesregierung erklärt
hierzu, sie wisse noch nicht, wie sie mit dem Gesetz umgehen werde.
Das ist ein rechtsstaatlich unhaltbarer Zustand, abenteuerlich und nicht
zu akzeptieren.

Also weil das Gesetz jetzt nicht ausgeführt wird, soll es wieder abgeschafft werden. Naja irgendwie muss man das ja begründen, wenn schon die offensichtlichen Argumente nicht verwendet werden können,  schließlich hat man ja monatelang versucht eben diese zu ignorieren.

Klar ist das reiner Opportunismus, der mich einfach nur wütend macht. Ich warte darauf, dass die SPD jetzt Hartz4 abschaffen, gegen die Vorratsdatenspeicherung vorgehen und auch sonst alle ihre Sünden der letzten 11 Jahre rückgängig machen will. Nur glauben wird ihnen das niemand mehr. Und ich wette die fragen sich auch noch, warum sie keiner mehr wählen will.