Archive for September, 2009

Studieren aber was?

Posted in Persönliches on September 24th, 2009 by Gheed – Be the first to comment

Im Moment da die IHK-Abschlussprüfung zum IT-Systemkaufmann bei mir näher rückt stelle ich mir vermehrt die Frage: Was kommt danach? Für neun Monate werde ich von meinem Arbeitgeber übernommen, in welcher Abteilung muss sich noch klären. In einem bin ich mir sicher, ich will studieren.

Warum nicht gleich an die Uni?

Als ich mein Abitur in der Tasche hatte, stand erstmal Zivildienst an und ich hatte Zeit mir nochmal zu überlegen, wo es hingehen soll. Es war grade die Zeit, als in Hessen die Studiengebühren eingeführt wurden und man das Hochschulsystem auf Bachelor und Master umstellte. Ich musste erstmal nachrechnen, ob ich mir das noch leisten kann. Meine Eltern konnten mir ein Dach über dem Kopf und einen vollen Kühlschrank liefern, aber mehr war nicht drin.

Also war die naheliegenste Möglichkeit eine Ausbildung zu machen. Man sagt ja so gerne: Erstmal was gescheites lernen und dann weiterschauen. Was man hat, hat man und mit einer abgeschlossenen Ausbildung findet sich auch leichter ein Studentenjob. Also habe ich mir mein Abiturzeugnis angeschaut und mich gefragt was ich wohl kann. PoWi (Politik und Wirtschaft) war sehr gut und auch meine Prüfung in Informatik habe ich mit 15 Punkten gemacht. Was mit Politik lernen ist schwierig, also fiel die Wahl auf Informatik und meinen jetzigen Beruf. Doch als ich dann in der Berufsschule saß, habe ich mich ernsthaft gefragt, warum ich mich durch 13 Jahre Schule und das Abitur gequält habe. Heute bin ich glücklich, wenn meine Lehrer überhaupt kommen und wenn sie dann da sind auch unterrichten. Bei nur sechs Schülern in meiner Klasse (alle mit Abitur!) die denkbar besten Bedingungen, aber trotzdem inhaltlich kaum was gelernt.

Also stehe ich nun da und frage mich, was ich aus meinem Leben machen will. Ein gemütlicher Bürojob von 8 – 17 Uhr und Routinearbeiten, das ist nicht meine Vorstellung vom Berufsleben. Also gibt es zwei Möglichkeiten: Karriere so fortsetzen und Wirtschaftsinformatik studieren oder doch was ganz anderes machen. Seit vielen Jahren schon interessiere ich mich für Politik und gesellschaftliche Themen. Dafür kann ich mich begeistern und jeder mit dem ich spreche ermutigt mich dazu was in diese Richtung zu machen. Nur wie verdient man damit Geld, bezahlt seine Miete und die ganzen Tiefkühlpizzen ;)

Politik und Informatik, wie bringt man das zusammen?

Seit mehr als einem Jahr kreist ein Großteil der Diskussionen, die ich führe, um das Thema Internet, Gesellschaft und Bildung. Die Bloggerszene und die Piratenpartei haben mich auf etwas aufmerksam gemacht, das mich seitdem beschäftigt: Die Frage, wie verändert das Internet unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben?

Gerade in meiner Generation kann sich kaum jemand noch ein Leben ohne Email, Instant Messenger, Foren, oder StudiVZ und anderen Webmedien vorstellen. Für die Generation unserer Eltern scheint diese Welt vielfach uninteressant oder beängstigend zu sein. Es findet eine digitale Spaltung der Gesellschaft statt. Hierzu gibt es kaum Forschung und auch kaum Diskussionen, von dem Kleinkrieg Blogger vs. Printmedien mal ausgenommen.

Diese Frage beschäftigt mich im Moment mehr als alles andere und ich würde in diesem Feld gerne ein Studium machen. Einen eigenen Studiengang Webwissenschaften gibt es meines Wissens nach in Deutschland leider nicht und das was dem am nächsten kommen könnte sind die Kommunikations- und Medienwissenschaften.

Die Uni Erfurt scheint dort recht interessant zu sein und da ich die Stadt kenne, dort Freunde habe, meine favorisierte Lösung. Mal weiter informieren und durchrechnen was finanzierbar ist. Und vor allem: Welche beruflichen Möglichkeiten eröffnen sich danach für mich?

Wenn jemand  Tips und Hinweise zu meinem kleinen Problem hat, einfach melden (Mail-Adresse im Impressum).

Gewinner des Scrabble Wettbewerbs

Posted in Allgemein on September 8th, 2009 by Gheed – Be the first to comment

Hier ist die Gewinnerstorry des Scrabble-Wettbewerbs:

Eine ganz normale Familie

Der Hund erschrak, als er in den Spiegel sah. Wer hat eigentlich seinem Herrchen diesen Unsinn eingeredet, ein rosa Pudel des Todes sei besser als eine Sense? Egal. Es ging los zum ersten Einsatz. Das Leben (und die Ehe) eines Versicherungsvertreters der Münchner Rück AG ist jäh zu Ende gegangen – er hatte einfach Pech, ein dummer Unfall. Seine Frau ist über das Bier gestolpert, welches er immer im Garten auf der Erde stehen ließ. Mit der Säge, die sie in der Hand hielt, stürzte sie unglücklicherweise genau auf seine Halsschlagader. Der Anblick war eine Qual. Die Reporter stürzten sich wie Fliegen auf einen Eimer voll Scheiße auf die Story, nicht nur die von BILD, sondern auch von der FAZ, dem WDR und dem ehemaligen Nachrichtenmagazin.

Nachdem Sie die Frau im Haus gefunden hatten, stellten die ebenfalls eingetroffenen Polizisten zunächst einmal den großen Schalter am Verstärker von “eins” auf “null”, damit man statt der Ode in Fis-Dur auch sein eigenes Wort hören konnte. Nachdem der herbeigerufene Gerichtsmediziner auf die Frage nach der Todesursache nur gesagt hatte: “Da wollte wohl jemand sägen”, und ein Nachbar unter Eid behauptete, die Frau hätte das nur gemacht um die Igel vor dem Bier zu schützen, welches der Mann immer liegen ließ, und der Frau nachsagte, nicht nur blöd, sondern auch noch verrückt zu sein, hatten die Beamten allerdings wenig Lust. “Wenigstens hat sie was für meine Rente gemacht, das Rentenloch wird dadurch sicher nicht größer” witzelte einer, während der andere den Vorschlag machte, dass doch vom Heer erledigen zu lassen, so als kleiner Einsatz im Inneren – vielleicht ließ sich der Nachbar ja noch dazu hinreißen, die Frau mit der ETA in Verbindung zu bringen. Die sexy Frau wurde dann ganz normal abtransportiert, während Gevatter Tod sich in aller Breite mit dem Teufel unterhielt. Der scharrte allerdings schon mit seinem Huf, um sich die Frau zu holen. Aber das würde nicht mehr lange dauern. Wer (als Frau!) als siebten Vornamen “Nouam” hatte und eine Sammlung voll von verdächtigen CDs mit vielen Dateien in einem unbekannten, konspirativen Format namens “FLAC” besaß (auch noch getarnt mit Namen von Musiktiteln!), würde sicher nicht lange zögern, sich vom Teufel aus seiner misslichen Lage befreien zu lassen. Schließlich würde so jemand sicher als Terrorist gelten – spätestens, wenn der Nachbar sich (auf bohrendes Nachfragen) erinnert.

Will die FDP die Mehrwertsteuer erhöhen?

Posted in Allgemein on September 1st, 2009 by Gheed – Be the first to comment

In einem Artikel bei ZEIT Online wird über mögliche Pläne der FDP zur Mehrwertsteuererhöhung spekuliert. Als Basis dazu wird eine Aussagen des FDP-Fraktionschefs in Schleswig-Holstein und Mitglied des Bundesvorstands Wolfgang Kubicki in der N24 Sendung “Was erlauben Strunz?” zitiert.

“Im Rahmen einer umfassenden Steuerreform kann es auch sein, dass Steuern steigen. Beispielsweise muss man sich unterhalten, was machen wir mit der Mehrwertsteuer im Rahmen einer umfassenden Steuerreform?”. Die Einkommenssteuern sollen sinken, jedenfalls in den Bereichen, auf die es ankommt. Und man muss sich irgendwann darüber unterhalten, ob man das System nicht umstellt zu mehr indirekten Steuern, weg von den direkten Steuern. Das würde bedeuten eine Verlagerung von der Einkommenssteuer hin zur Mehrwertsteuer.

Also ich bin schon enorm erstaunt, dass sich ein Mitglied des Bundesvorstands der FDP vor einer Wahl so ehrlich darüber äußert, wie man inneralb der FDP denkt. Ich meine uns ist ja allen klar, dass das Steuersenkungsgerede der Parteien im Moment die reinsten Lügenkonstrukte sind.

Doch der Denkansatz ist ja nicht so verkehrt. Irgendwo muss das Geld für die Banken und Großunternehmen, die unser Staat jetzt retten will ja her kommen. Nur warum die Mehrwertsteuer? Klar sie bringt die meisten Einnahmen, doch ist sie auch eine Steuer, die sehr direkte Auswirkungen auf das Konsumverhalten der Bürger hat. Und all das um die Einkommenssteuer zu senken. mit dem Ziel, dass die Arbeitenden wieder mehr von ihrem Lohn haben. Der FDP-Slogan lautet ja: “Arbeit soll sich wieder lohnen”. Doch wer profitiert davon?

In den letzten Jahren ist die Zahl der Zeitarbeiter drastisch gestiegen. Ich kenne selbst jemanden, der ein Bruttogehalt von 1200 Euro hat. Davon bleiben nach Abzügen noch 900 übrig. Da kann sich doch jeder Schüler schon ausrechnen, dass durch eine geringere Lohnsteuer die Mehraufwendungen für die Lebenshaltungskosten nicht decken können. Gewinnen tun nur die, die eh schon genug haben und das Geld statt für Konsum auszugeben, irgendwo investieren und somit mehr Einkommen haben. Das typische Klientel der FDP also.

Also wenn es jemanden gibt, der mir den Vorteil einer Verlagerung der Einkommenssteuer hin zu Mehrwertsteuer volkswirtschaftlich sinnvoll erklären kann, bitte melden. Für mich ist es das typische wir nehmen es von den Armen und geben es den Reichen.