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	<title>GHEED &#187; Bildung</title>
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	<description>Politik, Gesellschaft und was mich sonst so interessiert</description>
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		<title>Islamischer Religionsunterricht und der latente Rassimus in der deutschen Gesellschaft</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Aug 2009 20:49:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gheed</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Integration]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Wochenende hatte ich eine sehr interessante Diskussion zum Thema islamischer Religionsunterricht in Schulen. Im Verlauf des Gesprächs drehte sich letztenendes alles um die Akzeptanz der islamischen Religion in unserer Gesellschaft. In unseren Großstädten ist der Islam heute die größte Religionsgemeinschaft nach dem Christentum. Es gibt Schulen an denen mittlerweile mehr als 50% der Schüler [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Wochenende hatte ich eine sehr interessante Diskussion zum Thema islamischer Religionsunterricht in Schulen. Im Verlauf des Gesprächs drehte sich letztenendes alles um die Akzeptanz der islamischen Religion in unserer Gesellschaft.</p>
<p>In unseren Großstädten ist der Islam heute die größte Religionsgemeinschaft nach dem Christentum. Es gibt Schulen an denen mittlerweile mehr als 50% der Schüler einen Migrationshintergrund haben, viele davon aus muslimischen Ländern. Doch das Angebot an Religionsunterricht besteht immernoch aus Evangelisch, Katholisch oder Ethik, bzw. Philosophie. Seit Jahren wünschen sich Vertreter des islamischen Gemeinden, dass auch ihre Religion an Schulen unterrichtet wird. Doch von Politik und weiten Teilen der Gesellschaft wird dies abgelehnt. Die Begründungen dazu verengen sich meist auf folgende Punkte:</p>
<ul>
<li><strong>Eine Einführung würde die Abschottung der Muslime verstärken</strong></li>
<li><strong>Wenn islamischen Religionsunterricht, dann auch für alle anderen Religionen</strong></li>
<li><strong>Deutschland ist ein christliches Land und man will keine Islamisierung</strong></li>
</ul>
<p>Zum ersten Punkt: Meiner Meinung nach findet diese Abschottung sowieso statt. Die islamische Religion begegnet in Deutschland eine starke Ablehnung. Viele Bürger wehren sich gegen Moscheen in ihren Städten und man beäugt Muslime mit Misstrauen, vor allem wegen des islamischen Fundamentalismus. Der Islam wird meist als rückständige, archaische Religion betrachtet, die nicht in die Moderne passt.<span id="more-141"></span></p>
<p>Nun was tun Eltern, die wollen, dass ihre Kinder eine islamische Grundbildung erhalten? Sie schicken sie am Wochenende in Koranschulen. Dort wird ihnen Arabisch beigebracht und sie werden mit den Lehren des Islam vertraut gemacht. Doch wer unterrichtet diese Kinder? Häufig sind es Religionsgelehrte aus den Heimatländern der entsprechenden Moschee. Diese haben keinen Bezug zur deutschen Gesellschaft, kennen das Land in dem diese Kinder groß werden nur wenig und gehen nach einigen Jahren auch wieder zurück in ihr Heimatland. Der Religionsunterricht an Schulen hat die Aufgabe Kinder mit ihrer Religion vertraut zu machen, aber auch über gesellschaftliche Themen, Moral und Ethik zu diskutieren. Dies kann in einer Koranschule nicht stattfinden, da der Lehrer die Gesellschaft nicht kennt und er kann nur das Lehren, was er selbst kennt. Dies kann natürlich in krassem Gegensatz zu dem stehen, was mit unserem Grundgesetz vereinbar ist, wie Medienberichte gerne zeigen. Somit würde meiner Meinung nach der islamische Religionsunterricht an staatlichen Schulen die Integration eher Fördern als Behindern.</p>
<p>Der zweite Punkt befasst sich eher mit der traditionellen Sonderstellung der christlichen Kirchen in unserem Land. Kaum jemand sieht einen Bedarf darin das zu ändern und dem Islam einen Raum in der staatlichen Schule zu geben, lehnen daher viele Menschen ab. Meiner Empfindung nach möchte man dieser Religion einfach nicht die gleiche Sonderstellung geben und weist dann darauf hin, dass man das dann ja auch <strong>anderen Religionsgemeinschaften wie Buddhisten, Hindus und weiteren eine ähnliche Stellung geben müsste</strong>. Doch dabei verkennen Sie, dass die Muslime mit ca. 3,5 Millionen Anhängern mit Abstand die drittgrößte Gemeinde bilden (Quelle: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Religionen_in_Deutschland#Religionen_in_Deutschland_in_Zahlen">Wikipedia</a>). Dazu kommt, dass Muslime sich in städtischen Gebieten ballen und dort ihr Anteil größer ist, als die bundesweit etwas mehr als 4% der Bevölkerung. Ihre Bedeutung ist daher nicht zu ignorieren.</p>
<p>Damit kommen wir aber schon zum dritten Punkt: <strong>Deutschland ist ein christliches Land. </strong>Ich sage dazu eher, dass Deutschland ein Land mit christlichem Hintergrund ist, aber das Christentum in unserem Grundgesetz keine besondere Stellung zugewiesen bekommt. Unser Grundgesetz enthält aber ein Grundrecht auf Religionsfreiheit. Mit der Bevorzugung des Christentums im staatlichen Schulsystem wird dieses Recht zwar nicht eingeschränkt aber man erklärt eine Religion für wichtiger als eine andere, was andere Religionen natürlich abwertet.</p>
<h2>Latenter Rassismus in der deutschen Gesellschaft</h2>
<p>Meiner Ansicht nach ist diese Ablehnung des Islam rassistisch motiviert. Damit ist allerdings nicht der platte Rassismus durch Neonazis oder Skinheads gemeint, sondern eher eine Art ungutes Gefühl, wenn man mit Menschen einer anderen Kultur, Hautfarbe oder Religion zu tun hat. Besonders gut merkt man dies an den heftigen Auseinandersetzungen um den Bau von Moscheen. Viele Bürger demonstrieren oder sammeln Unterschriften dagegen, doch ihre Motivation dazu ist eher emotional. Angst vor Terrorismus und vor allem einer Islamisierung. Viele Argumente sind sogar nachvollziehbar, doch frage ich mich, wie ein gläubiger Muslim es empfinden muss, wenn Christen in prächtigen Kirchen ihren Gottesdienst abhalten können, während man selber in ein altes Lagerhaus in ein Industriegebiet fahren muss um gemeinsam beten zu können. Und wenn man daran etwas ändern will schlägt einem enorme Ablehnung entgegen. Wie fühlt sich so ein Mensch? Hat er immernoch das Gefühl, dass er seine Religion frei ausüben kann?</p>
<p>Und so gibt es viele weitere Vorurteile denen sich Ausländer, vor allem mit islamischer Herkunft, konfrontiert sehen. Dazu gehört z.B. Faulheit, Ausnutzen des Sozialsystems oder Kriminalität. Diese Vorurteile werden meist nicht offen Ausgesprochen doch bestimmen sie die Reaktion auf Themen wie islamischen Religionsunterricht oder Moscheebau. Dieser latente Rassismus der in unserer Gesellschaft herrscht, verhindert Integration, denn was macht jemand der Abgelehnt wird? Sich abschotten, zurückziehen und mit Menschen Kontakt pflegen, bei denen er sich sicher fühlt. Das wiederum führt zur zunehmenden Ghettoisierung unserer Großstädte und die Bildung von Parallelgesellschaften.</p>
<p>Wenn wir Integration wirklich wollen, müssen wir bei uns selbst anfangen und den Menschen eine Chance geben. Doch sollte man hierbei nicht wieder in &#8220;Multikulti&#8221; verfallen wie man es in den 90ern versucht hat. Die Idee, dass sich alles von alleine regelt funktioniert nicht. In unserem Land sollten alle Menschen die gleichen Rechte und Möglichkeiten, aber auch Pflichten haben. Doch dazu muss etwas getan werden. Unsere Gesellschaft muss ihre Haltung zur Einwanderung und zur Integration ändern. Nicht nur Migranten müssen etwas für ihre Integration tun, auch wir müssen uns öffnen und akzeptieren, dass sie Bürger dieses Landes sind, genauso wie wir auch.</p>
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		<title>Beurteilungen im Bildungssystem &#8211; über die Notwendigkeit von Noten in der Schule</title>
		<link>http://gheed.org/politik/beurteilung-im-bildungssystem/</link>
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		<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 14:23:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gheed</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Sören schreibt im Geheimblog über seine Sicht zum Thema Schulnoten, dass er sie komplett ablehnt und sich eine Schule ohne Benotung wünscht. Seiner Meinung nach dienen Noten alleine dazu Menschen in Schubladen zu kategorisieren, damit die Wirtschaft eine Bewertungsgrundlage zum aussortieren hat. Das Thema kommt jedes Jahr, meist zur Zeugnisvergabe, wieder in die Medien und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sören schreibt im <a href="http://www.verursacht-denken.de/">Geheimblog</a> über seine Sicht zum <a href="http://www.verursacht-denken.de/2009/08/18/noten/">Thema Schulnoten</a>, dass er sie komplett ablehnt und sich eine Schule ohne Benotung wünscht. Seiner Meinung nach dienen Noten alleine dazu Menschen in Schubladen zu kategorisieren, damit die Wirtschaft eine Bewertungsgrundlage zum aussortieren hat. Das Thema kommt jedes Jahr, meist zur Zeugnisvergabe, wieder in die Medien und ist auch regelmäßig Inhalt pädagogischer Studien. Eine interessante Übersicht und eine Sammlung von Links zu Studien findet sich übrigens bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsbeurteilung_%28Schule%29#Funktion_von_Noten">Wikipedia</a>.</p>
<p>Die meistgehörte Begründung für Noten ist die Gewöhnung von Schülern an den Leistungsdruck unserer Gesellschaft. Menschen denken meist in Kategorien und Hierarchien (Ein Erbe der Sippenstruktur der Steinzeit). Schon im Kindergarten schaffen Kinder von sich aus eine Rangordnung und bilden Gruppen mit einem Anführer. Die betrifft sowohl Jungs als auch Mädchen. Nun sollen Noten in der Schule helfen Leistungen zu unterscheiden.</p>
<p>Sören schreibt dazu:</p>
<blockquote><p>Auch wird von den Noten Befürwortern oft gesagt, dass Menschen einen Vergleich brauchen. Sie wollen Besser sein als Andere und ziehen dafür die Noten heran. (Nur so nebenbei, ist das überhaupt erwünschenswert das sich Schüler schon ab der  3.Klasse über andere stellen wollen und die Lehrer dieses noch Unterstützenmüssen?). Nun mein Frage an all diese, wenn ihr euch mit anderen in anderen Lebenslagen und Aufgaben vergleicht, denkt ihr da auch in Noten? „Du mein Nachbar bekommt auf seinen Rasen nur eine 3, ich eine 2“.</p></blockquote>
<p>Tatsächlich benoten sich Menschen nicht dauernd nach diesem Schema, aber trotzdem findet ein Vergleich, mit &#8220;besser&#8221; oder &#8220;schlechter&#8221; statt. Bewertungen und Leistungsvergleiche sind elementare Bestandteile unseres Lebens. Wir vergleichen dauernd Produkte oder Leistungen im Sport oder in Spielen. Und natürlich vergleichen wir uns auch untereinander. Daher kommt ja auch die Aufmerksamkeit die viele Prominente oder Reiche erhalten. Wir beneiden Menschen die großes Leisten oder einfach in irgendeinem Bereich besser sind als wir.<span id="more-139"></span></p>
<h2>Die Funktion von Noten</h2>
<p>Noten erfüllen in der Schule zwei wesentliche Funktionen, eine pädagogische und eine gesellschaftliche. Zur pädagogischen gehört das Feedback für den Schüler über seine Leistung, eine Motivationsfunktion um einen Anreiz zu schaffen sich zu verbessern und auch zur Disziplinierung der Schüler (insbesondere Kopfnoten). Zusätzlich dienen sie natürlich auch einer Berichtsfunktion an das Elternhaus, das damit die Leistung seiner Sprösslinge in den Unterrichtsfächern einschätzen kann. Die gesellschaftlichen Funktionen sind etwas abstrakter. Die wichtigste gesellschaftliche Funktion ist jedoch die Selektionsfunktion in der Wirtschaft und an Universitäten (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Numerus_clausus">Numerus Clausus</a>). Noten dienen dazu Leistungen darzulegen um sich damit zu Bewerben.</p>
<p>Nun kann man natürlich darüber streiten ob Noten die pädagogische Wirkung erzielen, die sie sollen oder ob es sinnvoll ist einen Menschen rein nach seinem Schulzeugnis zu beurteilen. Doch finde ich funktioniert das System so ganz gut. Unternehmen und Universitäten bekommen eine Vielzahl von Bewerbungen und brauchen Kriterien nach denen sie auswählen. Noten sind dabei eine einfache Möglichkeit um zumindest eine Vorauswahl zu treffen. Danach folgen ja meist noch Einstellungstests und persönliche Gespräche um einen möchglichst guten Eindruck des Bewerbers zu bekommen. Einige Einstellungsverantwortliche nehmen auch andere Wege, wie z.B.  Probearbeitstage oder lassen sich in manchen Berufen Werkstücke des Bewerbers zeigen (z.B. bei Handwerkern, Programmierern).</p>
<h2>Noten in der Schule</h2>
<p>Das Ziel von Noten in der Schule besteht im Vergleichen von Leistungen, sowie dem Schaffen eines Anreizes sich zu verbessern. Problematisch wird es erst dann, wenn Schüler sich anstrengen, nur schlechte Noten bekommen und demotiviert werden. Normalerweise sollte dann ein Lehrer da sein, der dem entsprechenden Schüler hilft und ihm zeigt wo er was tun muss und der Schüler sich auch hinsetzt und lernt. Leider findet dies meist nicht statt, da Lehrer zu viele Schüler in einer Klasse haben und keine individuelle Förderung mehr stattfinden kann oder die Schüler es versäumen zu lernen, sei es aus Faulheit oder fehlender Unterstützung. Doch hat dies meiner Meinung nach wenig mit dem System der Notengebung, als vielmehr mit den Rahmenbedingungen der deutschen Schule zu tun.</p>
<p>Oft wird auch die subjektive Vergabe von Noten bemängelt. Die Beurteilung von Menschen ist eine schwierige Angelegenheit, was man ja schon beim Versuch merkt sich selber zu bewerten. Deshalb besteht die Notenvergabe meist aus einer schriftlichen Note, die aus Klausuren, Hausarbeiten oder ähnlichem hervorgehen, und einer mündlichen Note die eine Einschätzung des Lehrers wiederspiegelt. Das diese nicht 100% korrekt sein kann ist allen klar, eine rein schriftliche Note kann auch zum Nachteil des Schülers werden. Einmal einen schlechten Tag gehabt und die Jahresnote ist versaut. Meiner Erfahrung nach haben die meisten Lehrer aber genug Übung im Einschätzen von Schülern, so dass eine wirklich ungerechte Bewertung eher selten sein dürfte.</p>
<p>Das Noten auch oft als Disziplinierungsmittel benutzt werden halte ich nur teilweise für problematisch. Irgendein Mittel benötigen Lehrer um Disziplin zu schaffen. Dies wäre aber nicht nötig, wenn es einen fairen und respektvollen Umgang zwischen Lehrer und Schülern geben würde.</p>
<h2>Wie wichtig ist die Frage für das Schulsystem?</h2>
<p>Es gibt viele alternative Bewertungssysteme (siehe z.b.  <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Waldorfschule">Waldorfschule</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Schule">Alternativschule</a>). Diese kommen ohne Bewertungssysteme aus, ob die Schüler dadurch Vor- oder Nachteile im späteren Leben habe, kann ich leider nicht beurteilen. Ich denke aber, dass die Notengebung in der Schule eher ein untergeordnetes Problem darstellt. In einem System, dass stark sozial Selektiert, an Geld- und Personalmangel leidet, veraltete pädagogische Konzepte benutzt, Wissen eintrichtert ohne Fähigkeiten zu vermitteln und den Kindern die natürliche Neugier und Lust zum Lernen nimmt, hat größere Probleme als die Frage ob Notengebung nun gut oder schlecht ist.</p>
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		<title>spickmich.de erringt Sieg vor dem BGH</title>
		<link>http://gheed.org/politik/spickmichde-erringt-sieg-vor-dem-bgh/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Jun 2009 22:11:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gheed</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Lehrerbewertungsportal spickmich.de hat heute vor dem Bundesgerichtshof einen bedeutenden Sieg errungen. Hintergrund des Ganzen ist die Klage einer Lehrerin, die sich in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt fühlte und der Ansicht war, dass Datenschutzrichtlinien nicht beachtet wurden. Die Klage wurde bereits vom LG und OLG Köln abgwiesen, da diese das Recht auf freie Meinungsäußerung als vorrangig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Lehrerbewertungsportal <a href="http://www.spickmich.de/">spickmich.de</a> hat heute vor dem Bundesgerichtshof einen <a href="http://www.feldblog.de/?p=216">bedeutenden Sieg errungen</a>. Hintergrund des Ganzen ist die Klage einer Lehrerin, die sich in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt fühlte und der Ansicht war, dass Datenschutzrichtlinien nicht beachtet wurden. Die Klage wurde bereits vom LG und OLG Köln abgwiesen, da diese das Recht auf freie Meinungsäußerung als vorrangig ansahen.</p>
<p>Der BGH teilt diese Ansicht und ist zusätzlich der Meinung, dass es bei den Bewertungen durch die Schüler nicht um persönliche Abgriffe handelt (dagegen gehen die Betreiber der Seite auch vor), sondern um eine Bewertung der beruflichen Leistungen von Lehrern. <a href="http://www.golem.de/0906/67942.html">Der Deutsche Philologenverband kritisiert das Urteil massiv und hofft auf das Bundesverfassungsgericht.<br />
</a></p>
<p>Für mich ist dieses Urteil ein großer Schritt für die Schüler, die mit spickmich.de ein Instrument haben um Lehrern mal zu zeigen was es heißt bewertet zu werden. Als Schüler ist es selbstverständlich, dass man auf Gedeih und Verderb den Benotungen durch Lehrer ausgesetzt ist und damit der zukünftige Lebensweg gefördert oder behindert wird. Die wenigsten Schüler haben die Möglichkeit Kritik an ihrern Lehrern zu üben, ohne dabei mit Konsequenzen für ihr Zeugnis rechnen zu müssen.</p>
<p>Trotzdem ist spickmich.de keine Lösung eines grundsätzlichen Problems an Schulen: der fehlenden Emanzipation von Schülern und Lehrern. Die Seite kann vielleicht helfen Frust bei Schülern abzubauen oder wünschenswerterweise sogar konstruktive Kritik zu äußern. Auch hilft es vielleicht dem ein oder anderen Lehrer herauszufinden, was seine Schüler wirklich von ihm denken. Ich würde mir allerdings wünschen dieser Dialog fände an den Schulen selber statt. Dazu müssen Schüler natürlich zu selbstbestimmten Individuen erzogen werden, die sich trauen ihre Lehrer zu kritisieren. Aber auch viele Lehrer müssen lernen Kritik aufzunehmen und auch umzusetzen.</p>
<p>In unseren Schulen fehlt es einfach an gelebter Demokratie. Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%BClervertretung">Schülervertretung</a> war an meiner Schule eher machtlos und die Klassensprecher profitierten nur von ein paar SV-Stunden, was einfach nur Unterricht schwänzen war. Vor allem im Bewusstsein vieler Schüler wird die SV nicht ernst genommen. Doch damit diese überhaupt beachtet werden kann benötigt diese mehr Einflussmöglichkeiten. Mir fallen dazu Dinge, wie ein von den Schülern betriebener Kiosk, zahlreiche AGs, Sportkurse und andere Möglichkeiten ein, damit Schüler sich auch mit ihrer Schule identifizieren. Die Schule muss zum Lebensraum werden, an dem man sich wohlfühlen kann und Spaß hat hinzugehen. Doch dafür müssen einige Lehrer endlich einsehen, dass Schüler auch Menschen sind und die gleichen Rechte haben. Diese Überlegungen führen für mich zwangläufig zur Ganztagsschule. Doch für eine flächenmäßge Umsetzung dieses Schulmodell fehlt hierzulande die Bereitschaft der Politik auch die notwendigen Gelder zur Verfügung zu stelle.</p>
<p>Fazit des Ganzen: Meinungsfreiheit steht über der Kritikunfähigkeit von Lehrern. Ein Webportal kann aber nicht den Dialog zwischen Schülern und Lehrern ersetzen.</p>
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