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	<title>GHEED &#187; Netzpolitik</title>
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	<description>Politik, Gesellschaft und was mich sonst so interessiert</description>
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		<title>Der Spiegel und das &quot;Netz ohne Gesetz&quot;</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 10:44:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gheed</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie viele von euch mitbekommen haben, hat der Spiegel in der Ausgabe 33/2009 das Internet zu seinem Titelthema gemacht. Der Artikel selber wird von Thomas Knüwer von Indiskretion Ehrensache treffend zusamengefasst: Tausend Fragen rasen nach wiederholter Lektüre durch meinen Kopf. Die wichtigste lautet: &#8220;HÄH?&#8221; Und auch mir ging es so. Nach anfänglichem &#8220;Naja mal wieder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie viele von euch mitbekommen haben, hat der Spiegel in der Ausgabe 33/2009 das Internet zu seinem Titelthema gemacht. Der Artikel selber wird von Thomas Knüwer von <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=2179">Indiskretion Ehrensache</a> treffend zusamengefasst:</p>
<blockquote><p>Tausend Fragen rasen nach wiederholter Lektüre durch meinen Kopf. Die wichtigste lautet: &#8220;HÄH?&#8221;</p></blockquote>
<p>Und auch mir ging es so. Nach anfänglichem &#8220;Naja mal wieder Angst vor dem Netz verbreiten&#8221; hat der Artikel über viele Umwege die richtigen Fragen gestellt.  Wie ändert das Netz unseren Umgang miteinander, was wird aus dem Netz und natürlich wie kann man eine sinnvolle Regulation des Internet schaffen? Die Spiegelredakteure wissen darauf keine Antwort, aber sie bringen diese wichtigen Fragen zumindest mal an ein größeres Publikum. Was allerdings nach Lektüre des Textes hängen bleibt, sind doch eher die negativen Seiten, die das Internet angeblich hat.</p>
<p>Natürlich gibt es &#8220;Schmuddelecken&#8221; auch im Netz, das ist kaum zu übersehen. Es gibt Gewalt, Pornographie, Chats und Foren für jede wie auch immer geartete Neigung. Das wird jedem Konservativen die Wut ins Gesicht treiben. Doch gibt es diese Orte nicht auch in der Wirklichkeit? Ist das Internet nicht ein Spiegelbild unserer realen Welt, sind es nicht normale Menschen die sich dort bewegen, unsere Freunde, Nachbarn, Kollegen? Warum ist dann im Internet angeblich alles schlimmer als in der realen Welt?</p>
<h2>Die Offenheit des Netzes</h2>
<p>Es gibt überall Nachfrage nach Inhalten, die gegen gängige Tabus verstoßen. Dazu gehören natürlich z.B. sexuelle Praktiken, Gewaltdarstellung und vieles Mehr, was wir in der realen Welt aus Scham eher wenig suchen würden. Und wo eine Nachfrage da gibt es immer jemanden, der ein Angebot dazu bietet um ein Geschäft zu machen. Wir müssen uns nicht mehr schämen, weil wir ja mehr oder weniger Anonym sind.</p>
<p>Dazu kommt die Grenzenlosigkeit des Internets. Wir können alle Inhalte konsumieren, wann und auch wo wir wollen. Mit dem berühmten &#8220;Web 2.0&#8243; bekommen wir nun auch Einblicke in das Leben von Menschen, von denen wir sonst nichts mitbekommen hätten. StudiVZ, Facebook, Wer-kennt-Wen, Flickr und wie sie alle heißen, zeigen uns  viel von anderen Menschen, ihrer Persönlichkeit, zeigen uns Bilder aus ihrem Leben, ihrem Alltag. Und der Mensch ist Voyeur. Wenn ich sehe wie viele, die ich kenne, ihren Ex-Freunden/innen in Social Networks hinterherschnüffeln und die Bilder des/der Neuen weiterschicken um darüber tratschen zu können bestätigt das diese Annahme immer wieder. Menschen sind im Netz offener als sie es draußen sind. Ob und wie viel jemand von sich darstellen will, bleibt ihm aber immernoch selbst überlassen. Man sollte nur wissen was man tut und welche Gefahren es gibt. Wer nichts veröffentlichen will, der muss das nicht.<span id="more-138"></span></p>
<h2>Der &#8220;rechtsfreie Raum&#8221;</h2>
<p>Dieser Begriff alleine ist schon zu einem geflügelten Wort geworden. Jeder benutzt ihn Politiker, Journalisten, Blogger und viele andere. Es gibt mitlerweile viele Darstellungen wie &#8220;rechtsfrei&#8221; das Internet wirklich ist. Spiegel Online bringt dazu interessanterweise gleich zwei Artikel die dem gedruckten &#8220;Netz ohne Gesetz&#8221; grundlegend widersprechen. Das ist auf der einen Seite <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,641508,00.html">&#8220;Zehn Thesen Zum Web: Warum die Dummheit des Internets ein Segen ist&#8221;</a> und auf der anderen Seite <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,641659,00.html">&#8220;Die Rache des Textmonsters&#8221;</a>. Schon vor einiger Zeit gab es auch auf Telepolis einen sehr lesenswerten Artikel mit dem Titel <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30569/1.html">&#8220;Verglichen mit dem Netz ist das Leben ein rechtsfreier Raum&#8221;.<br />
</a></p>
<p>All diese Darstellungen zeigen wie wenig rechtsfrei das Internet in Wirklichkeit ist. Sobald man sich dort bewegt oder selber Inhalte ins Netz stellt, muss man sich mit vielerlei juristischen Fragen beschäftigen. Dabei geht es vor allem um AGBs und Datenschutzrichtlinien als normaler User, um Impressumpflicht und Verantwortungen für Links als Homepagebetreiber und als Betreiber eines Forums um die Moderation, da man für Rechtsverstöße (z.b. Beleidigung, Volksverhetzung usw.) die in diesem Forum geschehen haftbar zu machen ist. Gerade auch das Thema Abmahnung ist für viele ein nicht zu unterschätzender Faktor, wie <a href="http://netzpolitik.org/2009/wahlwerbung-remixen-sollte-legal-sein/">Netzpolitik</a> oder Alexandra Graßler von <a href="http://www.wissensagentur.net/index.php/archives/wie-man-mit-abmahnungen-geld-verdienen-kann.html">Wissensagentur</a> erst kürzlich mal wieder feststellen mussten.</p>
<h2>Braucht das Internet neue Regeln?</h2>
<p>Aus all diesen Artikeln ergibt sich die Fragestellung wie in Zukunft das Internet aussehen soll.Genauso wie wir Gesetze in der realen Welt haben, müssen diese auch im Internet durchgesetzt werden. Doch hier stößt man auf vielerlei Veränderungen. Bei Sachen wie Kinderpornographie, Volksverhetzung, Beleidigung oder Betrug sind die Regelungen ja relativ klar. Was in der realen Welt gilt, gilt auch im Internet. Doch bei anderen Themen wiederum, wie Urheberrecht, Haftung von Blog- und Forenbetriebern für Userbeiträge und ähnlichem wird es noch lange Diskussionen geben wie wir damit umgehen wollen.</p>
<p>Die Politik gibt ja mit dem Zugangserschwerungsgesetz oder der Online-Durchsuchung einen Weg vor wie sie sich das vorstellen. Doch dies führt über kurz oder lang auf einen Weg, den ich nicht möchte. Ich möchte nicht hier sitzen und einen Blogeintrag verfassen und mir dabei die ganze Zeit darum Gedanken machen, ob nun alles juristisch korrekt ist, was ich hier schreibe oder ob ich auf einen Nachrichtenseite verlinke, die über 10 weitere Links auf Wikileaks verweist.</p>
<p>Das Internet hat die Welt in vielerlei Hinsicht radikal verändert, wie vielleicht vorher nur der Buchdruck oder die industrielle Revolution. Nun wird es Zeit das man sich damit befasst, wie man in einer solchen Gesellschaft leben will. Das Schüren von Ängsten und Einschränken von Bürgerrechten im Netz hilft niemandem. Die Politiker und auch die Medien müssen endlich erkennen, welche Chancen das Internet bietet und es nicht ständig verteufeln.</p>
<p>Denn eines ist sicher, das Internet bleibt und geht nicht wieder weg. Und es wächst eine Generation heran die mit diesem Medium, in der virtuellen Welt, aufgewachsen ist. Es liegt an uns Lösungen zu entwickeln, wie wir die Chancen des Netzes nutzen wollen und wie wir in einer vernetzten Gesellschaft leben wollen.</p>
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