Die Zukunft der Jungen Piraten
Ok, vielleicht ist der Titel ein wenig hochtrabend, aber ich will dazu ein paar Gedanken äußern. Leider konnte ich am Jupi-Camp nicht teilnehmen, freue mich aber sehr darauf von den Ergebnissen der Arbeit hören zu können. Beim Durchstöbern des Wikis bin ich heute auf das Protokoll eines Workshops zur Zukunft der Jungen Piraten gestoßen, wobei mir drei Punkte aufgefallen sind, die ich für besonders wichtig halte: Kommunikation, strukturierte Arbeit in Projekten und Ziele des Vereins.
Kommunikation
Es ist eigentlich schon ein Witz, dass die Jungen Piraten gerade bei der Kommunikation im Verein Defizite haben, wo sie doch als “Digital Natives” mit der größten Kommunikationsmaschine der Geschichte, dem Internet, aufgewachsen sind. Durch die verschiedenen Medien (Forum, Mailingliste, IRC) und persönlichen Präferenzen der Kommunikationsteilnehmer, findet eine Spaltung im Informationsfluss statt. Ich zumindest habe immer das Gefühl irgendwas nicht mitzubekommen, weil ich nicht im IRC war oder Dinge auf Mailinglisten diskutiert wird, die ich nicht kenne. Hierbei sehe ich die Jupis aber auf einem sehr guten Weg und setze alles auf die Synchronisation von Mailingliste und Forum, die weiter voran getrieben werden muss. So kann jeder nach seinen Vorlieben ein Kommunikationsmedium wählen und jeder hat die Möglichkeit sich über das Medium seiner Wahl zu informieren.
Strukturierte Arbeit
Im Protokoll des Workshops werden folgende Punkte zur Arbeit innerhalb der Arbeitsgemeinschaften (AGs )und Projektgruppen (PGs) kritisiert:
- zu wenig Aktive –> zu wenig Arbeitsteilung
- Projekte und AGs werden nicht konsequent durchgeführt
- demotivierend wenn Projekt nicht zu Ende durchgearbeitet wird
- Deadlines werden nicht beachtet
- unklare Arbeitsweise
- bevor etwas gemacht wird – einig werden wie es gemacht wird
Dies ist ein Punkt den ich selber bei mir bemerkt habe, meine Motivation ist seit der letzten BMV auch um einiges gesunken. Ich habe nach der BMV 2010 in Frankfurt vorgeschlagen sich mit Methoden des Projektmanagements auseinanderzusetzen. Die Idee wurde aber verworfen, da die Befürchtung bestand, es könnte zu einer Überstrukturierung kommen, die die Arbeit mehr behindert als fördert. Ich habe hierfür zwar kein Konzept, aber würde gerne dabei mithelfen zu überlegen, wie man Arbeit besser strukturieren kann. Als Ansatz dafür sehe die Projektmethoden in Unternehmen, wie ich es von meinem Job her kenne:
1. Erstellung eines Konzepts, das sich mit folgenden Fragen beschäftigt:
- Was ist die Idee?
- Was ist das konkrete Ziel?
- Welche Kosten/Nutzen entstehen?
- Welche finanziellen Mittel werden benötigt?
2. Vorlage des Konzepts bei einem Entscheidungsgremium. In Unternehmen meist das Gremium, das die Budgets verwaltet. Bei den Jupis würde das momentan der Vorstand sein.
3. Bei Genehmigung des Konzepts wird:
- ein Projektteam zusammengestellt
- ein Zeitplan erarbeitet
- ein Lösungskonzept erstellt
- ggf. ein Budgetplan erstellt
4. Umsetzung des Projekts mit regelmäßigen Statusmeldungen, damit eine Stelle einen Überblick über die Projekte hat.
5. Nach Abschluss gibt es Feedback
- Was ist gut gelaufen
- Was könnte das nächste mal besser gemacht werden?
Zielsetzung
Eien Organisation, egal ob ein Unternehmen, eine Partei oder ein Verein benötigt Ziele. Die Jupis sind entstanden, da bei der Piratenpartei ein Mindesteintrittsalter von 16 Jahren existiert, einige Jugendliche unter 16 sich aber auch politisch engagieren wollten. Außerdem glaube ich, dass stark jugendrelevante Themen bei den Piraten eher wenig behandelt werden und eine Jugendorganisation diese eher kann (Computerspiele, Schulalltag, Bevormundung durch Erwachsene, usw.). Doch nach der Gründung gab es keine konkreten Ziele auf die man konkret hinarbeiten konnte.
Mit der schwierigen finanziellen Situation nach der letzten ordentlichen BMV ist dieses Thema auch wieder in der Versenkung verschwunden, da viele mit Aufräumarbeiten beschäftigt waren. Ich glaube, es ist essentiell, dass wir Junge Piraten uns mit dieser Fragen intensiv beschäftigen: Was wollen wir erreichen, lang, mittel- und kurzfristig? Hierzu habe ich selbst noch ein To-Do von der BMV offen, die Mitgliederbefragung, die ich bis zur nächsten BMV im Oktober noch dringen durchführen möchte. Wir müssen wissen, was die Mitglieder für Vorstellungen haben und welche Ziele jeder für sich bei den Jupis umsetzen möchte. Wir benötigen diesen wichtigen Zwischenschritt um dem ganzen Verein eine Identität zu geben.
Klarmachen zum Ändern
Dies sind einige Ansätze die ich mit euch diskutieren möchte und freue mich über eure Sichtweise. Für mich und meine Arbeit bei den Jupis ist vor allem andauerndes Feedback wichtig. Wenn ihr etwas wissen wollt, euch etwas an meiner Arbeit stört, schreibt mich einfach an. In diesem Sinne: Klarmachen zum Ändern.
[...] vorgeschlagenden AG-Konzept der Jungen Piraten und den schon etwas zurückliegenden Blog-Beitrag „Die Zukunft der Jungen-Piraten“ von Gheed möchte ich auch noch mal meinen Senf abgeben. Die Jungen-Piraten haben jetzt auf fast [...]