Die SPD ist "plötzlich" gegen Internetsperren

Posted in Internetzensur on Dezember 15th, 2009 by Gheed – 1 Comment

Die SPD -Zeitung “Vorwärts” verkündet grade groß: “SPD Fraktion gegen Netzsperren-Gesetz”. Super, das ist ja Klasse! Leider irgendwie ein halbes Jahr zu spät…

Die Begründungen dafür sind die selben wie die der Sperrgegner von damals. Fast. Sogar der gute Herr Dörmann (Ja, der war damals Chef-Unterhändler bei dem Gesetz) ist nun strikt gegen das Gesetz, aber aus ganz anderen Gründen wie er in einer Pressemitteilung (PDF) schreibt

Die schwarz-gelbe Koalition hat sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt,
für ein Jahr nicht auf der Grundlage des Zugangserschwerungsgesetzes
zu sperren. Ein Gesetz kann aber nicht einfach auf Zuruf
ignoriert werden. Wenn ein Gesetz gilt, müssen sich alle daran halten.
Das ist Grundlage unseres Rechtsstaates. Die Bundesregierung erklärt
hierzu, sie wisse noch nicht, wie sie mit dem Gesetz umgehen werde.
Das ist ein rechtsstaatlich unhaltbarer Zustand, abenteuerlich und nicht
zu akzeptieren.

Also weil das Gesetz jetzt nicht ausgeführt wird, soll es wieder abgeschafft werden. Naja irgendwie muss man das ja begründen, wenn schon die offensichtlichen Argumente nicht verwendet werden können,  schließlich hat man ja monatelang versucht eben diese zu ignorieren.

Klar ist das reiner Opportunismus, der mich einfach nur wütend macht. Ich warte darauf, dass die SPD jetzt Hartz4 abschaffen, gegen die Vorratsdatenspeicherung vorgehen und auch sonst alle ihre Sünden der letzten 11 Jahre rückgängig machen will. Nur glauben wird ihnen das niemand mehr. Und ich wette die fragen sich auch noch, warum sie keiner mehr wählen will.

Standardantworten von Technikkritikern

Posted in Gesellschaft on Dezember 2nd, 2009 by Gheed – Be the first to comment

Via Netzpoltik habe ich heute einen sehr schönen Artikel zum Thema Technologiekritik gefunden. Dort wird von Kathrin Passig wunderbar dargestellt, welcher Argumentation Technologiekritiker bereits seit Jahrhunderten folgen.

Laut Kathrin Passig erfolgt die Kritik in 9 Schritten:

  1. Wofür soll das gut sein? Bisher ging es doch auch so
  2. Wer will denn sowas?
  3. Die Einzigen, die das wollen, sind zweifelhafte oder privilegierte Minderheiten
  4. Das ist nur eine Mode, das geht schon wieder vorbei
  5. Dadurch wird sich nichts ändern.
  6. Es ist nicht gut genug / hat eine schlechte Qualität
  7. Das ist schlecht für Kinder (oder Frauen oder die Unterschicht usw.)
  8. Es ist unhöflich (z.B mit dem Handy telefonieren ins der Bahn)
  9. Es verändert unsere Denk-, Schreib- und Lesetechniken zum Schlechteren

Den Artikel sollte man unbedingt lesen. Da sind wirklich schöne Zitate zu nutzlosen Erfindungen dabei, die echt niemand braucht. Das sind dann so Sache wie Wegweiser, Straßenbeläuchtung, Tonfilm oder auch das Telefon.

Lesestoff für den Winter

Posted in Allgemein on November 29th, 2009 by Gheed – Be the first to comment

Da mistet man zu Hause mal ein wenig aus und schon findet man lange vergessene Dinge. Bei mir war es ein Gutschein für den Bücherladen Hugendubel vom vorletzten Geburtstag. Also gleich mal in die Stadt und neuen Lesestoff besorgt. Folgende Bücher werde ich dann demnächst mal durcharbeiten (Links führen zu Amazon.de)

Wikinomics: Die Revolution im Netz (9,90€)

Chancen des Web 2.0 Denkens für Unternehmen, sowohl für die internen Arbeitsprozesse, als auch in Zusammenarbeit mit Kunden.

Was würde Google tun? (19,95€)

Die Arbeitsweise und Erfolgsstrategie von Google und was dieses Unternehmen so anders macht. Laut den Rezensionen sehr Google-Gläubig geschrieben. Da sollte ich wohl aufpassen, dass ich nicht als Fanboy rauskomme ;) .

Das Leben ist kein Ponyhof: Die unbekannte Welt der Abiturienten (17,95€)

Die 25-jährige Journalistin Lara Fritzsche hat ein Jahr lang eine Abiturklasse begleitet um herauszufinden, was in diesen Jugendlichen vorgeht, sie beschäftigt und welche Träume sie haben. Bin ich schon serh gespannt, welches Bild sie hier von dieser Gerneration zeichnet.

Die Herren von Winterfell. Das Lied von Eis und Feuer 01 (12,00€)

Dieses Mal kein Sachbuch. Der erste Teil einer der besten Fantasy-Serien, die es meine Meinung nach gibt. Hatte es mir vor einigen Jahren mal ausgeliehen und gelesen. Danach habe ich mir die restlichen Teile gekauft und förmlich aufgesogen. Jetzt war es mal an der Zeit mir den ersten Teil endlich selbst zu kaufen und alles nochmal zu lesen.

Das sollte reichen um über den Winter zu kommen.

9. November – Schicksalstag der Deutschen

Posted in Gesellschaft on November 9th, 2009 by Gheed – Be the first to comment

Wer im Geschichtsunterricht aufgepasst hat weiß, dass der 9.November in der deutschen Geschichte ein besonderer Tag ist. Hier mal zur Erinnerung für euch die Ereignisse, die man meiner Meinung nach kennen sollte:

  • 1938: Reichspogromnacht: Im Deutschen Reich kommt es reichsweit zu organisierten Übergriffen gegen Juden und jüdische Einrichtungen, bei denen unter anderem Synagogen in Brand gesteckt werden. Polizei und Feuerwehr haben Weisung, nur nichtjüdisches Eigentum zu schützen.
  • 1989: Fall der Berliner Mauer: Nachdem SED-Politbüromitglied Schabowski auf einer im DDR-Fernsehen übertragenen Pressekonferenz die Gewährung von Reisefreiheit bekanntgegeben und die Nachfrage nach dem Beginn dieser Regelung mit „Das tritt nach meiner Kenntnis… ist das sofort, unverzüglich“ beantwortet hatte, strömen Tausende zu den Grenzübergangsstellen: Beginnend mit dem Übergang Bornholmer Straße öffnen sich für die DDR-Bürger damit die Berliner Mauer und die anderen innerdeutschen Grenzen.
  • 2007: Der Deutsche Bundestag verabschiedet mit 366 zu 156 Stimmen (bei zwei Enthaltungen) das umstrittene Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung.

Quelle: Wikipedia

Zukunftsangst – Jugendliche unter Erfolgsdruck

Posted in Gesellschaft on Oktober 27th, 2009 by Gheed – Be the first to comment

Letzte Woche war ich auf Geschäftsreise und hatte im Zug viel Zeit. Da habe ich mal die Folge CRE135 vom Chaosradio Express mit dem Thema “Mut zur Freiheit” gezogen und mir zu Gemüte geführt. Die Gäste waren Ilija Trojanow und Juli Zeh, die zusammen das Buch Angriff auf die Freiheit: Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und der Abbau bürgerlicher Rechte (Amazon Link) geschrieben haben. Dort geht es allgemein um das Thema Sicherheitswahn und seine Auswirkungen auf die Menschen.

Besonders interessant finde ich die Analyse der Angstatmosphäre die heute vielfach unter Jugendlichen herrscht. Juli Zeh sagt dort, dass sie immer wieder erstaunt sei, wie viel Furcht selbst Abiturienten aus bürgerlichen Kreisen davor haben keinen Ausbildungs- oder Studienplatz und danach keinen guten Job zu finden. Dieser Druck der hinter den Ängsten steht, fängt ja schon in der Grundschule an, wo die Eltern mit aller Macht dafür sorgen, dass ihre Kinder auf das Gymnasium kommen. Also schon sehr früh wird Kindern eingebläut, dass sie erfolgreich sein müssen, da sie sonst keine Zukunft in unserer Gesellschaft haben.

Ich habe selber vor kurzem mit einem Jungen Pirat gesprochen, der mich nach meiner Entscheidung eine Ausbildung zu machen befragt hat, da er sich momentan selber viele Gedanken um seine Zukunft und die Berufswahl macht. Er ist vielleicht grade mal 14 Jahre alt. In dem Alter habe ich mir meine ersten Gedanken darum gemacht ein Schülerpraktikum zu finden, aber ein zentrales Thema war es nicht.

In unserer Gesellschaft gibt es seit einigen Jahren einen starken Trend dazu Jugendlichen einzureden, dass sie unbedingt so schnell wie möglich zum Abschluss kommen, im Studium Auslandserfahrung sammeln und danach in eine Praktikumsschleife müssen um überhaupt eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Die schlimmste Angst ist natürlich keine Ausbildung zu finden und in Hartz 4 zu enden. Klar das Risiko existiert, aber ist für Abiturienten und auch Realschüler eher minimal. Doch der Druck wird meinem Gefühl nach immer heftiger. Gerade mit G8, also Abitur nach 12 Jahren Schule, verstärkt sich das Ganze immer mehr.

Prinzipiell habe ich ja nichts gegen einen gewissen Leistungsgedanken, aber dieser hohe Druck führt zu vielen Problemen. Angefangen damit, dass schlechte Noten zu einer starken Abwertung des eigenen Selbstwertgefühls führen können, bis zu einer so starken Frustration, die sich in Gewalt-, und Alkoholexzessen entladen kann. Vielleicht sollte man sich dann auch mal fragen, ob die Abwanderung viele Jugendlicher aus der realen Welt in künstliche Welten, wie z.B. in Online-Rollenspiele, nicht vor allem daran liegt, dass im “Real Life” einfach zu wenig Perspektiven aufgezeigt werden und man sich die Erfolgserlebnisse eben dort holt.

Politik und Wirtschaft sollten aufhören der Jugend Angst vor der Zukunft zu machen und sich stattdessen mal darum kümmern, dass Chancen geschaffen und aufgezeigt werden.

Digital Natives – Eine Generation von Computerfreaks?

Posted in Gesellschaft on Oktober 8th, 2009 by Gheed – 1 Comment

Seit einiger Zeit bemerke ich immer häufiger Begriffe wie “Digital Natives”, “Generation C64″ oder der Marketingbegriff  von Vodafone, die “Generation Upload”. Der Begriff “Generation C64″ wurde durch den Spiegel-Artikel von Christian Stöcker geprägt und beschreibt damit die Generation der heute 15-35 jährigen die mit Computern und später mit dem Internet aufgewachsen sind. “Digital Natives” stammt aus verschiedenen Artikeln von Marc Prensky (genaueres bei Wikipedia) aus dem Jahr 2001. Nach Prensky wachsen die Kinder heute mit digitalen Medien auf und werden dadurch komplett anders sozialisiert. Sie würden Informationen anders verarbeiten, wären multitaskingfähiger und funktionierten am besten, wenn sie vernetzt sind.

Nun stellt Jörg Wittkewitz mit seinem Artikel “Digital Natives – Gibt es überhaupt eine Generation Internet?” die berechtigte Frage danach, wer diese Generation überhaupt sein soll und ob man so pauschal von einer ganzen Generation sprechen kann. Seine Behauptung lautet:

Digital Natives sind jetzt genauso normal wie Punks in den 80ern – Das Individuum macht den Unterschied

Sprich: Es gibt Menschen die im Netz aufgewachsen sind und rundum digital leben, aber sie sind eine Randgruppe.

Meiner Ansicht nach kann man mittlerweile durchaus von einer digitalen Generation sprechen. Allerdings würde ich der Begriffsdefinition von Prensky widersprechen. Die heutige Jugend wächst zwar wie selbstverständlich mit digitalen Medien wie Internet, MP3′s und Computerspielen auf, doch hat das wirklich einen so gravierenden Einfluss auf eine ganze Generation?

So können die meisten zwar im Internet surfen, Emails schreiben oder benutzen Instant Messenger, aber sind sie dadurch wirklich so viel anders als unsere Eltern mit Briefen und Telefon? Ich finde man kann nicht pauschal sagen, dass eine ganze Generation perfekt mit den neuen Medien umgehen kann. Menschen sind zu unterschiedlich um einer ganze Generation gewisse Fähigkeiten zu unterstellen. So kenne ich in meinem Bekanntenkreis kaum jemanden, der sich mit Blogs, Twitter oder ähnlichem beschäftigt. Ich kenne auch keinen, der bei Wikipedia mitarbeitet, mich selbst eingeschlossen. Einige sind natürlich in Foren unterwegs und fast alle auf Social Network Plattforem unterwegs, aber was tun sie dort? Sie kommunizieren mit anderen, tauschen sich aus, erzählen sich Klatsch und Tratsch, dank StudiVZ und Facebook haben wir ja auch immer die neusten Partypeinlichkeiten im Netz. Ist das jetzt ein Fortschritt?

Wir wachsen in einer anderen Welt auf als unsere Eltern, klar. Und in unserer Generation ist das Verständnis für das Internet und seine Möglichkeiten weiter verbreitet, aber ich bezweifle, dass sich dadurch unsere Denkmuster und Art Informationen zu verarbeiten so extrem ändert. Wir nutzen die Möglichkeiten vielfach, können effizienter arbeiten, Gruppen bilden (siehe Piratenpartei) oder uns austauschen, aber das Mediennutzungsverhalten hat sich bei vielen nicht geändert. Sie nutzen das Netz wie einen Fernseher: Browser an und konsumieren.

Nur weil wir jetzt mit dem Internet und seinen Möglichkeiten aufwachsen, heißt das nicht, dass alle es in gleicher Art und Weise nutzen und verstehen. Jörg Wittkewitz hat das richtig erkannt: Der Mensch ist ein Individuum. So können wir Nerds weiterhin stolz darauf sein, dass wir die wahren Versteher dieser schönen neuen Welt sind ;)

Studieren aber was?

Posted in Persönliches on September 24th, 2009 by Gheed – Be the first to comment

Im Moment da die IHK-Abschlussprüfung zum IT-Systemkaufmann bei mir näher rückt stelle ich mir vermehrt die Frage: Was kommt danach? Für neun Monate werde ich von meinem Arbeitgeber übernommen, in welcher Abteilung muss sich noch klären. In einem bin ich mir sicher, ich will studieren.

Warum nicht gleich an die Uni?

Als ich mein Abitur in der Tasche hatte, stand erstmal Zivildienst an und ich hatte Zeit mir nochmal zu überlegen, wo es hingehen soll. Es war grade die Zeit, als in Hessen die Studiengebühren eingeführt wurden und man das Hochschulsystem auf Bachelor und Master umstellte. Ich musste erstmal nachrechnen, ob ich mir das noch leisten kann. Meine Eltern konnten mir ein Dach über dem Kopf und einen vollen Kühlschrank liefern, aber mehr war nicht drin.

Also war die naheliegenste Möglichkeit eine Ausbildung zu machen. Man sagt ja so gerne: Erstmal was gescheites lernen und dann weiterschauen. Was man hat, hat man und mit einer abgeschlossenen Ausbildung findet sich auch leichter ein Studentenjob. Also habe ich mir mein Abiturzeugnis angeschaut und mich gefragt was ich wohl kann. PoWi (Politik und Wirtschaft) war sehr gut und auch meine Prüfung in Informatik habe ich mit 15 Punkten gemacht. Was mit Politik lernen ist schwierig, also fiel die Wahl auf Informatik und meinen jetzigen Beruf. Doch als ich dann in der Berufsschule saß, habe ich mich ernsthaft gefragt, warum ich mich durch 13 Jahre Schule und das Abitur gequält habe. Heute bin ich glücklich, wenn meine Lehrer überhaupt kommen und wenn sie dann da sind auch unterrichten. Bei nur sechs Schülern in meiner Klasse (alle mit Abitur!) die denkbar besten Bedingungen, aber trotzdem inhaltlich kaum was gelernt.

Also stehe ich nun da und frage mich, was ich aus meinem Leben machen will. Ein gemütlicher Bürojob von 8 – 17 Uhr und Routinearbeiten, das ist nicht meine Vorstellung vom Berufsleben. Also gibt es zwei Möglichkeiten: Karriere so fortsetzen und Wirtschaftsinformatik studieren oder doch was ganz anderes machen. Seit vielen Jahren schon interessiere ich mich für Politik und gesellschaftliche Themen. Dafür kann ich mich begeistern und jeder mit dem ich spreche ermutigt mich dazu was in diese Richtung zu machen. Nur wie verdient man damit Geld, bezahlt seine Miete und die ganzen Tiefkühlpizzen ;)

Politik und Informatik, wie bringt man das zusammen?

Seit mehr als einem Jahr kreist ein Großteil der Diskussionen, die ich führe, um das Thema Internet, Gesellschaft und Bildung. Die Bloggerszene und die Piratenpartei haben mich auf etwas aufmerksam gemacht, das mich seitdem beschäftigt: Die Frage, wie verändert das Internet unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben?

Gerade in meiner Generation kann sich kaum jemand noch ein Leben ohne Email, Instant Messenger, Foren, oder StudiVZ und anderen Webmedien vorstellen. Für die Generation unserer Eltern scheint diese Welt vielfach uninteressant oder beängstigend zu sein. Es findet eine digitale Spaltung der Gesellschaft statt. Hierzu gibt es kaum Forschung und auch kaum Diskussionen, von dem Kleinkrieg Blogger vs. Printmedien mal ausgenommen.

Diese Frage beschäftigt mich im Moment mehr als alles andere und ich würde in diesem Feld gerne ein Studium machen. Einen eigenen Studiengang Webwissenschaften gibt es meines Wissens nach in Deutschland leider nicht und das was dem am nächsten kommen könnte sind die Kommunikations- und Medienwissenschaften.

Die Uni Erfurt scheint dort recht interessant zu sein und da ich die Stadt kenne, dort Freunde habe, meine favorisierte Lösung. Mal weiter informieren und durchrechnen was finanzierbar ist. Und vor allem: Welche beruflichen Möglichkeiten eröffnen sich danach für mich?

Wenn jemand  Tips und Hinweise zu meinem kleinen Problem hat, einfach melden (Mail-Adresse im Impressum).

Gewinner des Scrabble Wettbewerbs

Posted in Allgemein on September 8th, 2009 by Gheed – Be the first to comment

Hier ist die Gewinnerstorry des Scrabble-Wettbewerbs:

Eine ganz normale Familie

Der Hund erschrak, als er in den Spiegel sah. Wer hat eigentlich seinem Herrchen diesen Unsinn eingeredet, ein rosa Pudel des Todes sei besser als eine Sense? Egal. Es ging los zum ersten Einsatz. Das Leben (und die Ehe) eines Versicherungsvertreters der Münchner Rück AG ist jäh zu Ende gegangen – er hatte einfach Pech, ein dummer Unfall. Seine Frau ist über das Bier gestolpert, welches er immer im Garten auf der Erde stehen ließ. Mit der Säge, die sie in der Hand hielt, stürzte sie unglücklicherweise genau auf seine Halsschlagader. Der Anblick war eine Qual. Die Reporter stürzten sich wie Fliegen auf einen Eimer voll Scheiße auf die Story, nicht nur die von BILD, sondern auch von der FAZ, dem WDR und dem ehemaligen Nachrichtenmagazin.

Nachdem Sie die Frau im Haus gefunden hatten, stellten die ebenfalls eingetroffenen Polizisten zunächst einmal den großen Schalter am Verstärker von “eins” auf “null”, damit man statt der Ode in Fis-Dur auch sein eigenes Wort hören konnte. Nachdem der herbeigerufene Gerichtsmediziner auf die Frage nach der Todesursache nur gesagt hatte: “Da wollte wohl jemand sägen”, und ein Nachbar unter Eid behauptete, die Frau hätte das nur gemacht um die Igel vor dem Bier zu schützen, welches der Mann immer liegen ließ, und der Frau nachsagte, nicht nur blöd, sondern auch noch verrückt zu sein, hatten die Beamten allerdings wenig Lust. “Wenigstens hat sie was für meine Rente gemacht, das Rentenloch wird dadurch sicher nicht größer” witzelte einer, während der andere den Vorschlag machte, dass doch vom Heer erledigen zu lassen, so als kleiner Einsatz im Inneren – vielleicht ließ sich der Nachbar ja noch dazu hinreißen, die Frau mit der ETA in Verbindung zu bringen. Die sexy Frau wurde dann ganz normal abtransportiert, während Gevatter Tod sich in aller Breite mit dem Teufel unterhielt. Der scharrte allerdings schon mit seinem Huf, um sich die Frau zu holen. Aber das würde nicht mehr lange dauern. Wer (als Frau!) als siebten Vornamen “Nouam” hatte und eine Sammlung voll von verdächtigen CDs mit vielen Dateien in einem unbekannten, konspirativen Format namens “FLAC” besaß (auch noch getarnt mit Namen von Musiktiteln!), würde sicher nicht lange zögern, sich vom Teufel aus seiner misslichen Lage befreien zu lassen. Schließlich würde so jemand sicher als Terrorist gelten – spätestens, wenn der Nachbar sich (auf bohrendes Nachfragen) erinnert.

Will die FDP die Mehrwertsteuer erhöhen?

Posted in Allgemein on September 1st, 2009 by Gheed – Be the first to comment

In einem Artikel bei ZEIT Online wird über mögliche Pläne der FDP zur Mehrwertsteuererhöhung spekuliert. Als Basis dazu wird eine Aussagen des FDP-Fraktionschefs in Schleswig-Holstein und Mitglied des Bundesvorstands Wolfgang Kubicki in der N24 Sendung “Was erlauben Strunz?” zitiert.

“Im Rahmen einer umfassenden Steuerreform kann es auch sein, dass Steuern steigen. Beispielsweise muss man sich unterhalten, was machen wir mit der Mehrwertsteuer im Rahmen einer umfassenden Steuerreform?”. Die Einkommenssteuern sollen sinken, jedenfalls in den Bereichen, auf die es ankommt. Und man muss sich irgendwann darüber unterhalten, ob man das System nicht umstellt zu mehr indirekten Steuern, weg von den direkten Steuern. Das würde bedeuten eine Verlagerung von der Einkommenssteuer hin zur Mehrwertsteuer.

Also ich bin schon enorm erstaunt, dass sich ein Mitglied des Bundesvorstands der FDP vor einer Wahl so ehrlich darüber äußert, wie man inneralb der FDP denkt. Ich meine uns ist ja allen klar, dass das Steuersenkungsgerede der Parteien im Moment die reinsten Lügenkonstrukte sind.

Doch der Denkansatz ist ja nicht so verkehrt. Irgendwo muss das Geld für die Banken und Großunternehmen, die unser Staat jetzt retten will ja her kommen. Nur warum die Mehrwertsteuer? Klar sie bringt die meisten Einnahmen, doch ist sie auch eine Steuer, die sehr direkte Auswirkungen auf das Konsumverhalten der Bürger hat. Und all das um die Einkommenssteuer zu senken. mit dem Ziel, dass die Arbeitenden wieder mehr von ihrem Lohn haben. Der FDP-Slogan lautet ja: “Arbeit soll sich wieder lohnen”. Doch wer profitiert davon?

In den letzten Jahren ist die Zahl der Zeitarbeiter drastisch gestiegen. Ich kenne selbst jemanden, der ein Bruttogehalt von 1200 Euro hat. Davon bleiben nach Abzügen noch 900 übrig. Da kann sich doch jeder Schüler schon ausrechnen, dass durch eine geringere Lohnsteuer die Mehraufwendungen für die Lebenshaltungskosten nicht decken können. Gewinnen tun nur die, die eh schon genug haben und das Geld statt für Konsum auszugeben, irgendwo investieren und somit mehr Einkommen haben. Das typische Klientel der FDP also.

Also wenn es jemanden gibt, der mir den Vorteil einer Verlagerung der Einkommenssteuer hin zu Mehrwertsteuer volkswirtschaftlich sinnvoll erklären kann, bitte melden. Für mich ist es das typische wir nehmen es von den Armen und geben es den Reichen.

Islamischer Religionsunterricht und der latente Rassimus in der deutschen Gesellschaft

Posted in Bildung, Integration on August 30th, 2009 by Gheed – 1 Comment

Am Wochenende hatte ich eine sehr interessante Diskussion zum Thema islamischer Religionsunterricht in Schulen. Im Verlauf des Gesprächs drehte sich letztenendes alles um die Akzeptanz der islamischen Religion in unserer Gesellschaft.

In unseren Großstädten ist der Islam heute die größte Religionsgemeinschaft nach dem Christentum. Es gibt Schulen an denen mittlerweile mehr als 50% der Schüler einen Migrationshintergrund haben, viele davon aus muslimischen Ländern. Doch das Angebot an Religionsunterricht besteht immernoch aus Evangelisch, Katholisch oder Ethik, bzw. Philosophie. Seit Jahren wünschen sich Vertreter des islamischen Gemeinden, dass auch ihre Religion an Schulen unterrichtet wird. Doch von Politik und weiten Teilen der Gesellschaft wird dies abgelehnt. Die Begründungen dazu verengen sich meist auf folgende Punkte:

  • Eine Einführung würde die Abschottung der Muslime verstärken
  • Wenn islamischen Religionsunterricht, dann auch für alle anderen Religionen
  • Deutschland ist ein christliches Land und man will keine Islamisierung

Zum ersten Punkt: Meiner Meinung nach findet diese Abschottung sowieso statt. Die islamische Religion begegnet in Deutschland eine starke Ablehnung. Viele Bürger wehren sich gegen Moscheen in ihren Städten und man beäugt Muslime mit Misstrauen, vor allem wegen des islamischen Fundamentalismus. Der Islam wird meist als rückständige, archaische Religion betrachtet, die nicht in die Moderne passt. read more »